KIHier ist eine KI-generierte Zusammenfassung meines Artikels.
Von mir geprüft: Ich habe diese Zusammenfassung mit dem Artikel abgeglichen.
Vor ein paar Wochen stand ich in einer 8. Klasse, Thema: Deepfakes. Ich frage in die Runde: „Wie würdet ihr es finden, wenn KI-generierte Bilder von euch im Netz landen?"
Melina dreht sich sofort zu ihrem Nebenmann: „Ja, genau - Marcel! Du weißt genau, was ich meine." Kurze Stille. Der Klassenlehrer steht auf.
Ich brauche einen Moment, um zu verstehen, was gerade passiert ist. KI-generierte Bilder von Mitschüler:innen - ohne deren Wissen, ohne deren Zustimmung. In dieser Klasse. Nicht im Internet, nicht in den Nachrichten - hier, im Raum.
Das ist der Moment, wo das Thema aufhört, abstrakt zu sein.
Wie sollen wir einen richtigen Umgang mit KI vermitteln, wenn wir selbst keinen haben?
In diesem Artikel sprechen wir über unsere drei Bildungsaufträge, die wir in Schulen haben - und wie wir sie vermitteln - wohlgemerkt auf Stand Mai 2026 - es könnte sich jederzeit ändern!
1. Warum ist es wichtig zu verstehen, wie KI funktioniert?
Wer KI nicht versteht, kann sie auch nicht hinterfragen. Der Output einer KI ist so vermenschlicht, dass wir sie als Gesprächspartner betrachten und uns sogar regelmäßig bedanken.

Wenn wir KI vermenschlichen, denken wir auch eher, dass sie ähnlich intelligent ist wie wir. Doch wenn man versteht, wie eine KI zu ihren Ergebnissen kommt, weiß man eher, an welchen Stellen man kritisch sein muss und wo man ihr eher vertrauen kann. Ich verstehe, dass für viele KI ein Angstfaktor bezogen auf die Gesellschaft und einen eventuellen Jobverlust darstellt, aber je mehr ich selbst über KI lerne, desto mehr erkenne ich es als Tool, welches mich in meinen Aufgaben und Zielen unterstützt, als einen Gegner, den es zu verdrängen gilt - denn das wird mit ziemlicher Sicherheit nicht funktionieren. Dazu habe ich bereits etwas geschrieben: KI-Agenten fressen Jobs
Menschen werden nicht von KI ersetzt, sie werden von Menschen ersetzt, die KI verwenden!
Doch KI ist extrem gut, uns zu täuschen. Das Internet wimmelt nur so von Deepfakes und Falschinformationen. Es ist sehr schwer zu erkennen, was überhaupt noch real ist.
Hier ein kleiner Test, ob du KI-generierte Bilder voneinander unterscheiden kannst: https://real-or-fake.challenge.saarland - ich bin gespannt!
Wenn KI so guten Content produziert, ist das größte Problem, KI einfach unreflektiert einzusetzen. Und genau das sehen wir vor allem bei Schüler:innen - ihnen fehlen die Erfahrung und ein voll ausgeprägter Präfrontalkortex, um die Nutzung von KI angemessen zu hinterfragen.

Das Verständnis über die Funktionsweise von KI ist der erste Schritt. Es ist vor allem für zwei zukunftsorientierte Aspekte wichtig:
- Weniger Job-Ängste
- eigenständiges Denken
Nicht zuletzt sorgt ein reflektierter Austausch mit KI auch für einen differenzierten Austausch mit Quellen generell - bedeutet auch populistische Inhalte stärker in Frage zu stellen. Somit ist die Arbeit mit und über KI indirekt auch ein Verstärker von demokratischen Strukturen - zumal wir in neusten Umfragen auch unter jungen Wähler:innen mehr Stimmen für rechtspopulistische Parteien sehen. Medienkompetenz haben wir bereits in den letzten zehn Jahren ordentlich verschlafen - durch den Aufstieg von KI wird es umso dringender, hier aufzuholen! Dazu habe ich bereits etwas geschrieben: Welches Tool für KI-Bildung an Schulen perfekt geeignet ist und wie man es richtig einsetzt Künstliche Intelligenz wird nicht verschwinden - sie wird bleiben und wir machen uns langfristig von den wenigen und superreichen Menschen abhängig (siehe Mark Zuckerberg, Elon Musk), die die großen KIs der Welt bauen.
Für diesen Punkt nutze ich einen Effekt in der Klasse, wo die Schüler:innen sehr zuverlässig verstummen und staunen: Ich nutze DeepSeek - das stärkste chinesische LLM auf dem Markt.

Ich frage DeepSeek, ob Taiwan ein eigenständiges Land ist - dann frage ich die Klasse: Wer glaubt, dass Taiwan zu China gehört und kein eigenständiges Land ist? - fast alle Hände gehen hoch. Die Teenager glauben der KI. Dann zeige ich ihnen andere Quellen - zeige ihnen, wie sie diesen Text von DeepSeek verifizieren können. Sie sollen verstehen, dass eine KI manipuliert ist. DeepSeek wurde von der chinesischen Regierung manipuliert, sodass es im Fall Taiwan eine Lüge erzählt! Man darf Kinder und Jugendliche damit nicht alleine lassen!
Wir müssen kritisches Denken fordern - keine Technikfeindlichkeit
Es soll auch völlig in Ordnung sein, dass Schüler:innen KI für Hausaufgaben nutzen - dann müssen sich eben die Aufgabenstellungen anpassen. Man kann die Nutzung von KI ohnehin nicht verändern. Aus all diesen Gründen müssen wir zuerst verstehen, wie KI zu ihren Ergebnissen kommt. Somit kommen wir zu Bildungsauftrag 2.
2. Wie funktioniert KI - und warum kann sie einige Aufgaben gut und andere schlechter?
Wenn ich KI-Bildung und die Funktionsweise in einem Satz erklären müsste, wäre es folgender:
KI lernt nur aus den Daten, mit denen man sie füttert, und erkennt in diesen Muster, hat aber kein eigenes Verständnis der Welt.
Wie ich im vorigen Artikel gezeigt habe, lernt eine KI aus tausenden Beispielen - wir Menschen brauchen nur maximal eine Handvoll.
Wenn man das verstanden hat, weiß man, in welchen Aufgaben eine KI schlecht abschneiden wird - in Aufgaben, zu denen es wenige Daten gibt. Es könnten Nischensports oder generell Dinge sein, die im Netz nicht zu finden sind - eine Sprache im Urwald oder ein selbstgebasteltes Memory-Spiel. Sie interpoliert zwischen bekannten Mustern - sobald es aber um Extrapolieren geht, wird es träge und riskant. Es könnte nur eine Frage der Zeit sein, bis eine KI auch das gut kann - es bleibt spannend.
Was wichtig bleibt für Jugendliche: Eine KI macht keine Fehler aus Nachlässigkeit: Sie kennt die Antwort einfach nicht - und behauptet auch noch voller Inbrunst, dass es die richtige Antwort sei. In dem QuickDraw Beispiel sieht man: Dreht man alle Input-Bilder um 180° erkennt die KI fast gar nicht mehr - es gibt zu umgedrehten Stühlen und anderen Objekten schlicht keine Daten.
Wenn wir verstehen, in welchen Aufgaben KI wirklich gut, und in anderen eher schlecht als recht abschneidet, wissen wir, wie wir KI richtig einsetzen und es als Tool und Begleiter verstehen.
Die Fähigkeit, zu erkennen, wann man künstliche Intelligenz NICHT einsetzen und stattdessen selbst denken soll, wird essentiell für die Zukunft werden!
Es wird wichtiger zu entscheiden, an welchen Stellen man selbst übernimmt oder Dinge ausführt. Denn mittlerweile können KI-Systeme fast alles, was mit dem Computer zu tun hat. Es wird ein entscheidender Skill werden, zu wissen, wann man KI einsetzen sollte und wann nicht - diese Aussage gilt ebenso in der Schule und in der Universität.
3. Wie lässt sich daraus eine Arbeitsweise mit KI-Tools ableiten?
Wenn wir uns nun entscheiden, mit KI als Tool, als Helfer, zu arbeiten - wie sollten wir es am besten angehen? Hier streiten sich die Geister - es gibt Menschen, die minimalen KI-Input hochhalten - andere können gar nicht genug betonen, wie schnell sie Inhalte dank KI generieren. Also wo positionieren wir uns? Die Antwort könnte irgendwo dazwischen liegen - und jede:r muss die Antwort am Ende für sich selbst finden. Hier ist meine Herangehensweise:
Es ist Herbst 2023, ich schreibe seit einem Jahr meinen Blog zum Thema Neuroscience - und stelle fest, dass KI mittlerweile wirklich gute Texte produziert. Ich nutze es - ich will ja schließlich mehr Texte produzieren. Je mehr ich mit KI schreibe, desto schneller merke ich: es ist generisch - es ist nicht so persönlich wie z.B. dieser Artikel hier. Und bis heute kann eine KI genau das nicht liefern. Informationen in Textform gut abbilden - Genau das Steckenpferd von ChatGPT, Claude und Co. Also wieder zurück zum guten alten Obsidian Markdown-File und selbst schreiben! Wofür ich sie dennoch gerne nutze: zur Recherche, Stichpunkte verfassen und Rechtschreibfehler korrigieren - einige werden hier kurz gestockt haben - zur Recherche? Wirklich? Es könnten doch wieder falsche Informationen sein. Und genau das ist richtig. Selbst, wenn KI aus Quellen zitiert und diese auch angibt, kann es gut sein, dass der Text kleine Fehler beinhaltet. Umso wichtiger ist es, IMMER auf die Quellen zu klicken und selbst kurz die Infos zu lesen - wenn das passt, sind auch die Texte der KI fein. Denn was sie wirklich gut kann: das Internet nach ähnlichen oder gesuchten/gewünschten Texten durchsuchen. Es spart mir in diesem Punkt sehr viel Zeit und ich komme viel schneller zu den wichtigen Artikeln und wissenschaftlichen Papern.
Das Gleiche gilt für den Unterricht: Recherche darf mit KI geschehen - nur spätestens bei der Abgabe der Hausaufgaben oder dem Vorlesen, sollen die Schüler:innen in eigenen Worten das Geschriebene/Gelernte wiedergeben. Es zwingt sie dazu, die von KI produzierten Inhalte wirklich zu verstehen - anschließend mit der Beantwortung, woher man die Informationen genommen hat. Also eigentlich nichts anderes als die Medienkompetenz, die wir auch bereits vor KI in der Schule erlernt haben. Hier gilt: Transparenz statt Verbot! Hier muss jeder Mensch, jede:r Schüler:in eine eigene Arbeitsweise entwickeln.
Besonders für Recherche empfehle ich hier: https://www.perplexity.ai. Es ist bis dato die beste KI für Recherche, da sie Quellen am zuverlässigsten angibt und diese immer klickbar zum Nachschauen sind!
Jetzt habe ich viel über Recherche gesprochen - vielleicht auch, weil genau hier Quellen zum Verhindern von Falschinformationen so wichtig sind! Doch auch für andere Tools im Internet gilt: ausprobieren, nutzen und vor allem: kritisch hinterfragen. Denn alle Tools, die einem zuverlässig lästige Aufgaben abnehmen, könnten sich als sinnvoll entpuppen und uns frei für andere, schönere Aufgaben machen.
Zum Beispiel habe ich mir für meinen Newsletter-Mail-Account eine KI gebaut, welche sich alle Newsletter durchliest, anschließend das Internet nach diesen Themen durchsucht, tiefer recherchiert und dann die für mich Relevantesten zusammenfasst. Zudem habe ich ein Tool, welches für jeden neuen Artikel automatisch ein kleines Slide-Deck generiert, mit dem man sich durch den Artikel quasi klicken kann - gelabelt als KI-generiert. Es ist in etwa wie die KI-Zusammenfassung am Anfang von Artikeln der Süddeutschen Zeitung.
Die SZ setzt KI-Zusammenfassungen für einige Artikel ein - sie überprüfen diese Informationen immer. So kann man KI sinnvoll einsetzen.
Falls du Ideen hast, was du automatisieren willst, kannst du es derzeit am besten mit Claude umsetzen. Versuche es selbst!
Bis dahin: Haltet die Ohren steif und den Kopf frei zum Denken. Bis zum nächsten Mal! :)
Bis zum nächsten Mal, Euer Max